POL&IS aus Sicht der Seminarteilnehmer

 

Brandenburger Schüler behaupten sich in Bayern

von Bianca Stiller und Stefan Altmann

Wieder einmal war es soweit! 36 SchülerInnen  aus den Klassenstufen 11 und 12 des Potsdamer Oberstufenzentrums II "Wirtschaft und Verwaltung" machten sich am 26.03.01 gemeinsam mit den Jugendoffizieren der Bundeswehr, Hauptmann Rauhhut und Oberleutnant Nolde sowie den Kursleiterinnen Frau Harms und Frau Gruse-Degenkolbe auf die Reise nach Bayern. In der Franken- Akademie im Schloß Schney galt es, die große Welt der Politik zu erkunden. Das Zauberwort hieß POL&IS  und stand für ein einwöchiges Strategiespiel in den Bereichen Politik und Internationale Sicherheit. Ein weiterer Partner in dieser Veranstaltung war der Geschäftsführer des Internationalen Komitees: Journalisten helfen e.V., Nikolai A. Behr. Seinem Engagement war es zu verdanken, dass zwei junge Asylbewerber aus dem Irak und Syrien an diesem nunmehr internationalen Seminar teilnehmen konnten. 

Wie schafft man es jedoch, die so häufig beklagte Politikverdrossenheit von Jugendlichen zu überwinden?

Ganz einfach, man teilt die Welt in elf Regionen auf  und überträgt jungen Menschen die Verantwortung für spezielle Staatsämter. Innerhalb weniger Minuten legen diese dann ihre bisherige Identität ab und finden sich wieder in den  Rollen  eines Regierungschefs, Wirtschafts- oder Staatsministers. Auch einen Umweltminister gibt es, der jedoch gleichzeitig die  Rolle der Opposition übernimmt. Und genau so, wie es die Realität hergibt, muss man natürlich auch mit Staaten wie China und Arabien Politik betreiben, in denen die Opposition eine untergeordnete Rolle spielt. Uwe, ein Schüler der 12. Klasse, hatte die große Verantwortung, den Part des UNO-Generalsekretärs zu übernehmen. Erstaunlich souverän leitete er die Sitzungen  der UNO-Generalversammlung, in denen aktuelle Probleme der einzelnen Nationen zur Sprache kamen. Oftmals konnte dann gezielt, z.B. Afrika, internationale Hilfe angeboten werden. Manchmal gewährte auch die Weltbank, vertreten durch unsere Lehrerinnen,  zinsgünstige Kredite für industrielle Projekte an die GUS.

Leider gab es auch Staaten, die ihren Müll für wenig Geld an ärmere Länder verkauften. Handelsphasen, Unterzeichnen von Verträgen, bilaterale Abkommen - all das gehörte nun zum Standardvokabular der Politiker auf Zeit. Und so mancher konnte nicht einmal das gute bayerische Essen genießen, weil die Mahlzeiten oftmals zu regelrechten  Geschäftsessen ausarteten. Trotzdem blieb noch genügend Zeit, mit Salwa und Ali, den beiden arabischen Asylbewerbern, zusammenzusitzen und zu diskutieren. Dabei wurde deutlich, dass junge Brandenburger sehr wohl in der Lage sind, tolerant und freundschaftlich mit Menschen aus anderen Nationen zusammenzuleben. Die Traurigkeit am Tag des Abschiedes sprach Bände.

Am Ende des POL&IS- Seminars stellten wir fest, dass Politik ungeheuer spannend sein kann, sogar Spaß macht und man Verständnis für viele internationale Probleme gewonnen hatte. Herzlichen Dank an alle, die dieses Projekt begleiteten!

 

[Presseberichterstattung über das Seminar]

 

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